Nachlass Robert Walser und Sammlung Schäfer

Robert Walser-Archiv

Nachlass Robert Walser und Sammlung Schäfer

Zeit seines Lebens »bodenlos erfolglos« (wie er es selber nannte), ist Robert Walser 80 Jahre nach seinem Verschwinden in der Psychiatrie und 50 Jahre nach seinem Tod ein Klassiker der modernen Schweizer Literatur. Sein Werk ist in Gesamt-, Auswahl- und Einzelausgaben greifbar und wurde in rund 30 Sprachen übersetzt.

Walsers heutige Bedeutung als Schriftsteller gründet nicht nicht nur auf seinem in Büchern und Zeitschriften gedruckten Werk, sondern insbesondere auch auf einer Anzahl höchst rätselhafter Miniaturschriftmanuskripte in seinem Nachlass: den sogenannten »Mikrogrammen«. Es handelt sich um insgesamt 526 Blätter, die mit einer extrem verkleinerten und verdichteten Bleistiftschrift bedeckt sind.

Über diesen speziellen Bestand der »Mikrogramme« hinaus umfasst Walsers Nachlass noch ca. 350 Reinschriftmanuskripte von Prosastücken und Gedichten sowie ca. 250 Briefe und etwa 100 Dokumente. Durch die Robert Walser-Gesellschaft konnte außerdem die Sammlung des 1996 verstorbenen Zürcher Antiquars und Walser-Herausgebers Jörg Schäfer erworben und im Archiv deponiert werden, die u. a. die Manuskripte der Romane Geschwister Tanner und Der Gehülfe sowie eine Reihe von Prosastück-, Gedicht- und Briefhandschriften enthält. Daneben finden sich in dieser Sammlung ca. 250 zum Teil sehr seltene Erstdrucke von Walser-Texten sowie eine umfassende Sammlung des buchgestalterischen, illustrativen und grafischen Werks von Karl Walser, dem seinerzeit berühmten Bruder des Dichters.

Der Manuskript-Teil dieser Bestände wird als langfristiges Depositum im Schweizerischen Literaturarchiv SLA in der Schweizerischen Nationalbibliothek aufbewahrt.
Forscher/innen können die Manuskripte im Robert Walser-Zentrum in Form von hochauflösenden Digitalisaten konsultieren. In begründeten Fällen können die Originale im Lesesaal des Schweizerischen Literarturarchivs SLA eingesehen werden. Diesbezügliche Anfragen sind mindestens zwei Wochen im voraus ans Robert Walser-Zentrum zu richten (lucas.gisi(at)robertwalser.ch oder info(at)robertwalser.ch); für die Konsultation gelten die Bestimmungen in den Weisungen zur Benutzung des Schweizerischen Literaturarchivs.