Nachlass Josef und Thomas Halperin

Robert Walser-Archiv

Nachlass Josef und Thomas Halperin

Josef Halperin (1891––1963) ist heute fast nur noch als Freund Friedrich Glausers bekannt, der dessen Legionsroman Gourrama zur Publikation brachte. Zu Lebzeiten war Halperin als politisch und literarisch vielfältig beschlagener Journalist bekannt, der seine Laufbahn während des 1. Weltkrieges bei der Neuen Zürcher Zeitung begann, als deren Deutschland-Korrespondent er bis 1933 fungierte. Enge Freundschaften verbanden ihn seitdem mit dem Kreis um Carl Zuckmayer und Carlo Mierendorff und anderen Autoren der politisch engagierten Literatur. Aus Protest gegen die unentschiedene Haltung der NZZ gegenüber dem aufkommenden Faschismus quittierte Halperin 1933 seinen Posten in Berlin und kehrte in die Schweiz zurück. Dort war er massgeblich am Aufbau der exilierten Büchergilde beteiligt. 1937 trat in die linke Wochenschrift ABC ein und setzte dort die Publikation von Glausers Gourrama-Roman durch.

Daneben verfolgte Halperin auch eigene literarische Ambitionen, von denen mehrere abgeschlossene Romanmanuskripte im Nachlass zeugen. Nach Ende des 2. Weltkrieges war Halperin für verschiedene Zeitungen tätig und trat u.a. als Herausgeber von Anthologien (Maupassant etc.) in Erscheinung. Sein Nachlass umfasst eine Dokumentation seiner journalistischen Texte, die Manuskripte seiner literarischen Versuche sowie eine umfangreiche Korrespondenz. In Halperins Hinterlassenschaft finden sich neben den Briefen Friedrich Glausers zudem bedeutende Briefkonvolute verschiedener Autoren, Künstler und Politiker; so z.B. Klabund, Carl Zuckmayer, Hans Schiebelhuth, Alexander Lernet-Holenia, Ernst Morgenthaler, Carlo Mierendorff u.a.
Die Briefe von Friedrich Glauser an Josef Halperin befinden sich allerdings nicht im Robert Walser-Archiv, sondern in Privatbesitz.

Auch von Thomas Halperin, dem Sohn von Josef Halperin, befinden sich im Nachlass eine grosse Zahl an Dokumenten (diverse Manuskripte/Typoskripte, Zeitungsartikel, Lebensdokumente und vereinzelt Korrespondenz). 

Der Nachlass Josef Halperin ist 2009 erschlossen worden und wird seit Herbst 2009 als Depositum der Robert Walser-Stiftung im Schweizerischen Literaturarchiv SLA der Schweizerischen Nationalbibliothek in Bern deponiert und konserviert. Die Nachlassbestände werden im SLA betreut und können dort konsultiert werden (Benutzeranfragen an arch.lit(at)nb.admin.ch).